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ÖPNV-Testfeld Karlsruhe

12.06.2026 #ADHOCunterwegs

Aus gutem Grund fand die VDV-Jahrestagung 2026 in Karlsruhe statt: Das „Karlsruher Modell“ zeigt seit den 1990er Jahren, wie ein städtisches Straßenbahnnetz mit den Eisenbahn-Strecken im Umland so kombiniert werden kann, dass Fahrgäste umsteigefrei ins Zentrum gelangen.

Dieses innovative Konzept mit sogenannten „Zweisystem-Fahrzeugen“ hat sich auch in anderen europäischen Städten durchgesetzt, von Sheffield über Nantes, Nordhausen, Szeged und Lyon bis nach Cádiz.

Nun macht die Region auch beim Thema #Autonomes Fahren von sich reden: Der  Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) übernimmt die zentrale Koordination eines Testfelds für automatisiertes Fahren. Dazu der Karlsruher Oberbürgermeister und KVV-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Frank Mentrup  in seinem Grußwort auf der VDV-Jahrestagung: „Wir sind sehr stolz, dass auch unser #ÖPNV-System im Mittelpunkt eines autonomen Testfelds liegt, das nicht am Rande der Stadt auf irgendeiner abgeschirmten Strecke stattfindet, sondern das mitten im Stadtverkehr, im Autobahnverkehr um Karlsruhe herum – also im Grunde in jeder erdenklichen Verkehrssituation – hier verankert ist und das für die Entwicklung moderner Sensorik und vieler anderer technischer Lösungen eine tolle und wichtige Voraussetzung ist.“

Zwei Wünsche richtete Dr. Mentrup an die Politik:

  1. Das „Gezanke zwischen den Ländern und dem Bund, das uns in den letzten Jahren intensiv begleitet hat“, müsse beendet werden. Es sei wichtig, zu einer „gemeinsamen Akzeptanz der absoluten Notwendigkeit des ÖPNV als wichtiges Element der Daseinsvorsorge“ zu kommen. Im Klartext: „Nicht um 300 Millionen für ein Deutschland-Ticket herumzackern, sondern sich bitte den Zukunftsaufgaben zuwenden.“
  2. „Bitte mutig sein und die Herausforderungen technischer Art ein Stückweit auf Bundesebene bündeln und rechtzeitig Standardisierungen voranbringen", so Dr. Mentrup weiter.

Es ergebe auf Dauer keinen Sinn, wenn jedes Verkehrsunternehmen für sich die Umstellung auf autonomes Fahren mit einzelnen Förderprojekten und einzelnen Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft voranbringe. Stattdessen schlug der OB einen Wettbewerb vor, um die beste technische Lösung zu ermitteln und diese als Standard für alle zu nutzen. „Denn alle Sensortechnik, die wir allein einbauen müssen, um ein paar Kilometer Stadtbahn-Linie in der freien Landschaft automatisiert und autonom einrichten zu können, übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten." Man werde diesen „Sprung in die Neuzeit" nur schaffen, „wenn am Ende möglichst alle zusammen dieselben Sensoren von einer sich aus dem Wettbewerb ergebenden Firma bestellen. Dann kommen wir in wirtschaftlich akzeptable Margen, dann wird das Einzelprodukt überhaupt finanzierbar."

Sein Fazit: „Am Ende brauchen wir nicht nur den Mut, Förderprojekte zu finanzieren und auszuloben, sondern auch den Mut, die Erkenntnisse und Resultate daraus bundesweit umzusetzen.“

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