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Motiv-Ampeln werden immer beliebter

29.10.2025 #ADHOCunterwegs

#ADHOCunterwegs | Nicht nur an Halloween treiben Hexen und Teufel in Wernigerode (Harz) ihr Unwesen. Magisch Grün leuchten Hexen-Piktogramme in mehreren Ampeln auf, sobald Fußgänger die Straße überqueren dürfen. Bei Rot warnt Luzifer vor Ungemach. Solche Vorzeichen sollte man ernst nehmen. Schließlich ist der Brocken nicht weit, auf dem alljährlich die Walpurgisnacht gefeiert wird.

Im Juni 2023 galten die Hexen-Ampeln als die ersten Motiv-Ampeln überhaupt in Sachsen-Anhalt. Eingeweiht wurden sie vor der Wernigeröder Feuerwache. Später kamen weitere an der Westerntor-Kreuzung hinzu. Sie beeindrucken besonders dann, wenn im Hintergrund die Harzer Schmalspurbahn vorbeidampft. Richtung Brocken, versteht sich.

In Deutschland sind „schreitende“ oder stehende Ampelmännchen die Regel. Nichts soll vom Straßenverkehr ablenken. Während die Figuren im Westen eher langweilig-asketisch wirken, kommt das Ost-Ampelmännchen aus DDR-Zeiten niedlich daher mit seinem Hut, der gedrungenen Gestalt und dem kleinen Bäuchlein. Das beliebte Motiv, entwickelt von dem Verkehrspsychologen Karl Peglau, hat inzwischen „‘rübergemacht“. Längst ziert es auch Signalanlagen in westlichen Bundesländern. Deutlich wird: Breitere Männchen sind auch besser sichtbar.

Wie ein Ampelmännchen aussehen darf, regelt die Richtlinie für Signalanlagen (RiLSA). Kreativ gestaltete Ampel-Figuren werden immer beliebter. So leuchten

  • Ottifanten in Emden
  • Hermann der Cherusker (rot) und Gattin Thusnelda (grün) in Detmold
  • der Rattenfänger in Hameln
  • die Bergmann-Ampel in Duisburg (2018 am Duisburger Zoo eingeweiht)
  • gleichgeschlechtliche Figuren in Hannover
  • Mainzelmännchen in Mainz
  • und Elvis Presley in Friedberg, wo der „King of Rock‘n Roll“ stationiert war

Dennoch kämpfen manche Initiativen vergeblich für „ihr“ Motiv, so zum Beispiel in Marienfeld im Kreis Gütersloh. Dort gab es bisher kein grünes Licht für eine Mönchsampel. Und das, obwohl eine ehemalige Zisterzienser-Abtei den Ort prägt.

Die Debatte geht weiter und zieht Kreise, wie „Die Glocke“ berichtet: Ein Rechtswissenschaftler will das Thema Motto-Ampeln beim Verkehrsgerichtstag 2026 in Goslar ansprechen.

Quellen: Stadt Wernigerode, Die Glocke et al

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