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Klimaanlagen immer begehrter

06.07.2026 Wirtschaft

Sich um eine Klimaanlage oder einen Ventilator prügeln? In Frankreich ist das vor wenigen Tagen passiert. Ein großer Discounter hatte eine Sonderaktion gestartet, die aus dem Ruder lief. Manche Leute drehten komplett durch.

In Ländern wie den USA oder Japan wäre das vermutlich unvorstellbar. Klimaanlagen sind dort Standard. In Europa verfügen rund 20 Prozent aller Haushalte über eine Klimaanlage.

Und in Deutschland? Ein vollständiger Überblick fehlt. Rückschlüsse lässt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox GmbH zu. 19 Prozent der Befragten setzen demnach schon jetzt auf Airconditioning. Von den verbleibenden 81 Prozent plant jede/r Fünfte (19 Prozent), sich ebenfalls ein Gerät anzuschaffen. Gesundheitliche Gründe spielten dabei für jede/n Achten eine Rolle. Die meisten begründen ihre Kaufabsicht allerdings mit dem Klimawandel.

Das Statistisches Bundesamt (Destatis) berichtet, dass von 58.885 fertiggestellten Wohngebäuden im Jahr 2025 insgesamt 4,3 Prozent mit Anlagen zur Kühlung ausgestattet wurden. Bei neu errichteten Bürogebäuden sei es gut jedes dritte gewesen, genauer: 37,8 Prozent von 1.350 Gebäuden im Jahr 2025. Anlagen zur Kühlung, das sind nicht nur Klimaanlagen, sondern zum Beispiel auch Fußbodenheizungen mit Kühleffekt.

Sollten die klimatischen Veränderungen zunehmen, könnten sich Verivox zufolge deutlich mehr Menschen die Anschaffung einer Klimaanlage im eigenen Haus vorstellen. Die Hitzewelle Ende Juni 2026 könnte Taten folgen lassen, denn Wetterexperten registrierten an drei Tagen nacheinander bundesweit neue Temperaturrekorde. Das DWD-Messnetz registrierte am 28. Juni 2026 genau 41,7 Grad Celsius im brandenburgischen Coschen, das erweiterte meteosol® Messnetz sogar 42,1 Grad an der Station Lüchow in Niedersachsen (am 28.06.2026).

Noch höhere Temperaturen belasten die Menschen in Südeuropa, zum Beispiel auf Sardinien und Sizilien mit bis zu 48 Grad Celsius. Da verwundert es nicht, dass Italien in Europa die meiste Energie zum Kühlen von Räumen verbraucht.

Daten von Eurostat für das Jahr 2024 zeigen:

  • Mit 22.689,19 Terajoule führt Italien die Tabelle an,
  • gefolgt von der Türkei,
  • Griechenland,
  • Frankreich,
  • Spanien
  • und Deutschland.

Mit der Produktion von Klimageräten in Deutschland geht es seit Jahren bergauf, wenngleich in begrenztem Umfang: Binnen fünf Jahren stieg sie um 75,1 Prozent auf etwa 317.000 Stück im Jahr 2024. 2019 waren erst 181.000 Geräte hergestellt worden, berichtet Destatis.

Zugenommen haben auch die Importe von Klimageräten nach Deutschland: um 48,2 Prozent in einem Fünfjahreszeitraum bis 2024.

Die wichtigsten Herkunftsländer von Klimageräten im Jahr 2024:

  • Italien erzielte einen Anteil von 25,0 Prozent (Wert: 237 Millionen Euro),
  • gefolgt von China mit 13,7 Prozent (Wert: 130 Millionen Euro)
  • und Schweden mit 10,4 Prozent (Wert: 98 Millionen Euro).

Dagegen sanken die Exporte von Klimageräten 2024 gegenüber 2019 leicht um 2,8 Prozent. Ein Hinweis darauf, dass die Binnen-Nachfrage wächst.

Klimaanlagen polarisieren. Kritisiert werden zum Beispiel der zusätzliche Stromverbrauch und die stärkere Netzbelastung. Fest steht: Die URSACHEN der Klimakrise werden mit Klimaanlagen nicht beseitigt.

Weitere Quellen: Euronews, Kachelmannwetter.com, AFP et al.

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