Erste Bilanz zu unserem Balkon-Kraftwerk
Hälfte der Kosten nach weniger als einem Jahr eingespart
| Frank Rettig
Energiewende lebt in der Praxis: Es hat nicht einmal ein Jahr gedauert, da hat unser Balkonkraftwerk schon die Hälfte der Anschaffungskosten wieder hereingeholt.
Exakt am 25. August 2025 haben wir das Experiment gestartet: Zusätzlich zu unserer 4-kWp-PV-Anlage auf dem Süddach (20 Module seit 2008 am Netz) installierten wir eine Balkon-PV-Anlage mit zwei bifazialen Modulen (1.000 Wp). Heute, knapp elf Monate später hat sie bereits Strom im Wert von mehr als 200 Euro erzeugt – und das sogar bei unserem vergleichsweise günstigen Stromtarif von 30 Cent je kWh. Wir konnten die Energie direkt selbst verbrauchen.
Die komplette Anlage kostete inklusive Montagematerial 400 Euro. Wir haben also mehr als die Hälfte der Investition wieder eingespielt. Bleibt der Ertrag ähnlich, wird sich die Anlage nach weniger als zwei Jahren vollständig amortisiert haben. Dabei nutzen wir noch nicht einmal einen Speicher, und die beiden PV-Module sind im Tagesverlauf teilweise verschattet. Genug Verbraucher für den erzeugten Strom haben wir durch Kühlschränke, Gefrierschrank, PCs und nicht zuletzt zwei E-Autos.
Gerade vor dem Hintergrund der gestern verabschiedeten EEG-Reform und des Netzpakets der Bundesregierung (die man trotzdem in vielen Punkten kritisieren kann) zeigt unser Beispiel, dass kleine Solaranlagen auch ohne Förderung wirtschaftlich sinnvoll sind.
Für private Haushalte bleibt vor allem der Eigenverbrauch entscheidend: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart teuren Strom aus dem Netz ein. Mit den eingesparten 667 kWh könnten wir beispielsweise mit dem Hyundai Kona Elektro (16 kWh/100 km) mehr als 4.100 Kilometer umsonst fahren.
Unsere Zwischenbilanz ist deshalb eindeutig: Balkon-PV ist kein symbolischer Beitrag, sondern kann auch für kleines Geld die Stromkosten schnell und spürbar senken.