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Jahrhundert-Rekord:

15.000 Storchenpaare in Deutschland

03.08.2026

 | Ulla Rettig

#FaktenFreitag

Fast ausgestorben und jetzt wieder „voll da“ sind Weißstörche in Deutschland. Selbst vor hundert Jahren sei ihre Zahl nicht so hoch gewesen, berichtet der Naturschutzbund NABU e.V.. 15.000 Brutpaare hat er 2026 gezählt. In jedem der 16 Bundesländer leben Adebare.

Und das nach einem historischen Tiefststand in den 1980-er Jahren. Damals gab es weniger als 3.000 Brutpaare in Ost- und Westdeutschland zusammen. Nordrhein-Westfalen (NRW) kam 1991 auf genau drei Paare. So ist erklärbar, dass viele Menschen aus der „Boomer-Generation“ erst mit grauem oder schütterem Haar den ersten Storch außerhalb eines Zoos erblickt haben. Aktuell ziehen mehr als 1.000 Paare ihre Jungen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland groß.


„Die Rückkehr des Weißstorchs ist der wohl größte Erfolg des Artenschutzes der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen“, heißt es in einem lesenswerten Beitrag im neuen Magazin der NRW-Stiftung.

Gründe für den Aufwärtstrend sind Maßnahmen wie:

  • die Wieder-Vernässung von Feuchtgrünland
  • die Renaturierung von Flüssen beziehungsweise Flussauen.
  • eine Grünlandbewirtschaftung, die auf den Weißstorch abgestimmt ist

Viele Storchenschützer haben sich jahrzehntelang für die Tiere stark gemacht, zum Beispiel in der Weser-Aue bei Petershagen. Sie gilt als „Storchenhauptstadt“ in NRW.

Hauptgrund für die wachsende Population der Großvögel in Deutschland ist aber ein anderer: Die Tiere haben ihr „Reise-Verhalten“ verändert und damit auf den Klimawandel reagiert. Dazu Bernd Petri von der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorch: „Vor 30 Jahren waren drei Viertel unserer Störche Ostzieher, heute ist das Verhältnis umgekehrt: Drei Viertel ziehen nach Westen.“

Zugrouten sind kürzer und damit weniger anstrengend und verlustreich geworden. Anstatt in Süd- und Ostafrika zu überwintern, fliegen die Tiere lieber „nur“ nach Nordafrika und auf die iberische Halbinsel.

Als storchenreichste Gebiete in Deutschland galten lange Zeit Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Nun sind es eher Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Doch keine Sorge: Auch im Europäischen Storchendorf Rühstädt (Sachsen-Anhalt), direkt am Elberadweg, fühlen sich die bis zu 30 Storchenpaare weiterhin „pudelwohl“.


Zwei Ausflugstipps:

  • Im Michael Otto Institut, einer Außenstelle des NABU-Bundesverbands in Bergenhusen, gibt es eine sehenswerte Weißstorch-Ausstellung (bergenhusen.nabu.de).
  • Das "Haus der Flüsse" in Havelberg informiert über die Flusslandschaft der Unteren Havelniederung und viel Wissenswertes über die Vögel in der Region (haus-der-fluesse.de).
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