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Mindestens 1.077 Denkmale „verloren gegangen“

05.11.2026

 | Ulla Rettig

#FaktenFreitag

Selbst wenn ein Gebäude unter Denkmalschutz steht, heißt das nicht, dass seine Zukunft automatisch gesichert wäre. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat ermittelt: Mindestens 1.077 Denkmale sind bundesweit allein in den Jahren 2024 und 2025 verloren gegangen. 🏰 Wie viele Bauwerke genau, lässt sich schwer sagen, denn der Bestand wird nicht einheitlich erfasst.

Ausgewählte Fälle beschreibt die Stiftung in ihrem neuen, zweiten „Schwarzbuch der Denkmalpflege“. 📖 Es sei „ein Verzeichnis verlorener Geschichte“, denn jedes Bauwerk steht auch für ein Stück Erinnerung und Heimat. 🏡

Die Lektüre hat uns sehr nachdenklich gemacht. Einige Kernaussagen aus dem 326 Seiten starken Band:

➡️ Jeden Tag geht in Deutschland mindestens ein Denkmal verloren.

➡️ Etwa 20 Abrisse geschahen 2024 und 2025 ohne entsprechende Genehmigung. Ausführlich geschildert werden etwa die Geschichten rund um:

  • den Komplettabriss des „Krusenhofs“ in Anröchte (NRW) (Foto)
  • den Teilabriss der „Scarabaeus-Pyramide“ in Mohnheim (NRW)
  • den Abriss eines fränkischen Fachwerkbaus in Winkelhaid (Bayern)

➡️ Unglücksfälle wie Brände 🔥, Stürme oder Hochwasser ⛈️ können ebenfalls zum Verlust einzigartiger Baukultur führen.

  • Ein Opfer der Flammen wurde beispielsweise die Weinstube „Zum Rad“ in Metzingen (Baden-Württemberg).

➡️ Manchmal liegt der Grund in Leerstand und Vernachlässigung. Undichte Dächer, beschädigte Fassaden und Anderes beschleunigen den Verfall. Vielleicht warten Eigentümer vergeblich auf Investoren. Erbstreitigkeiten können im Weg stehen, oder es fehlt einfach an Geld. Oft gilt der Erhalt auch als wirtschaftlich unzumutbar.

➡️ Gefährdet sind laut DSD unter anderem:

  • das Wasserschloss Mühlberg von 1413 (Brandenburg),
  • die Opelrennbahn in Rüsselsheim am Main (Hessen) oder auch
  • die ehemalige Kultkneipe „Hein Mück“ in Travemünde (Schleswig-Holstein).

➡️ Umstritten ist auch der Abriss von denkmalgeschützter Infrastruktur, darunter vor allem Brücken.

➡️ Hoffnung machen erfolgreiche Rettungen. Als „Denkmal in Not“ galt zum Beispiel ein fast 200 Jahre altes medizinisches #Badehaus in #Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Zwei fachkundige neue Eigentümerinnen haben das klassizistische Bauwerk mit Unterstützung der DSD zu neuem Leben erweckt.

"Ein dichtes Dach, eine geschlossene Fassade – das reicht meistens schon, um ein Denkmal viele Jahre auch im Leerstand überleben zu lassen“, betont die DSD. Finanzielle Hilfen für Notsicherungen ließen sich durchaus finden. Nach eigenen Angaben ist die Stiftung die größte private Initiative für #Denkmalpflege in Deutschland. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Dieser reicht von der „Notfall-Rettung“ bedrohter Baudenkmale bis bundesweiten „Tag des offenen Denkmals®“.

In Deutschland hat jeder und jede die Möglichkeit, auf weitere akut bedrohte oder verlorene Denkmale aufmerksam zu machen, und zwar über die Webseite der Stiftung

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